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Das Verhalten des Regimes in Venezuela ist schlichtweg kriminell. Nicolas Maduro nimmt die eigenen Bürger als Geiseln, lässt sie hungern und sterben, nur um seine eigene Macht zu wahren. Und das Militär leistet Beihilfe zu diesen Verbrechen und Menschenrechtsverstößen. Zu viele Pfründe und Privilegien stehen für die korrupten Offiziere auf dem Spiel. Sie haben einen Pakt mit dem politischen Teufel geschlossen, um es sich auf Kosten der Armen gut gehen zu lassen.

Kein Wunder, dass auch in den USA und Europa der Ruf nach einer schnellen Beendigung der Maduro-Schreckensherrschaft immer lauter wird. Doch bei aller verständlichen Empörung muss klar bleiben: Von außen lässt sich die Krise nicht militärisch lösen. Denn eine Intervention etwa von US-Truppen könnte einen Bürgerkrieg auslösen und das Land vollends ins Chaos stürzen. Hinzu kämen schwere außenpolitische Spannungen mit Maduros Schutzmacht Russland.

Damit wäre am Ende niemandem geholfen, am allerwenigsten den leidgeprüften Bürgern von Venezuela. Man erinnere sich nur an die gescheiterten Versuche etwa in Libyen, in Afghanistan oder auch im Irak, ein verbrecherisches Regime durch einen Einmarsch zu stürzen und umgehend durch eine demokratisch legitimierte Regierung zu ersetzen. In Venezuela darf nicht ähnliches geschehen.

Umso wichtiger wird der international koordinierte Einsatz von anderen Mitteln, sprich Sanktionen und Strafmahnahmen jeglicher Art gegen die Verantwortlichen. Denn entscheidend ist jetzt, die Reihen der Unterstützer in Uniform um den Präsidenten schnellstmöglich zu lichten. In der Armeeführung muss die Erkenntnis gefördert werden, dass Maduro auf verlorenem Posten steht. Die neue Parole lautet: Rette sich – zu den Demokraten – wer kann.

Sperrung von persönlichen Auslandskonten, Einreiseverbote in Nachbarstaaten und in die Europäische Union, juristische Ermittlungen und Haftbefehle wegen Verstöße gegen das Völkerrecht – vieles ist denkbar, um Maduros Schergen unter Druck zu setzen. Gleichzeitig sollten die bisherigen Angebote an Überläufer bekräftigt und ausgeweitet werden. Dies dürfte der einzige Weg sein, um vielleicht doch noch einen halbwegs friedlichen und geordneten Wechsel in Caracas zu ermöglichen.

(Für Pressekorrespondenz Berlin)