Schon vor der Wahl in Kalifornien stand fest: Hillary Clinton wird für die US-Demokraten um die Nachfolge von Präsident Barack Obama kämpfen. Ihr Vorsprung bei den Delegiertenstimmen ist für Konkurrent Bernie Sanders nicht mehr einholbar. Dessen bisherige Kampagne war überraschend erfolgreich und beeindruckend. Aber nun ist genug. Sanders muss endlich aufgeben. Sonst wird er als bester Wahlhelfer für den Polit-Rowdy Donald Trump in die Geschichte der USA eingehen – ein Armutszeugnis für ihn persönlich und eine Horrorvorstellung weltweit.

Man mag von Hillary Clinton halten, was man will. Aber im Vergleich zu Trump ist sie eindeutig die bessere Wahl. Dessen Pöbeleien und Provokationen dürfen nicht den künftigen Stil im Weißen Haus und in der westlichen Allianz prägen. Aber leider ist diese Gefahr sehr real. Deshalb wäre es jetzt unverantwortlich, wenn Sanders trotz seiner sicheren Niederlage den Riss in der Demokratischen Partei weiter vertieft. Es gilt vielmehr, die Kräfte gegen Trump zu bündeln.

Offenkundig fällt Sanders ein solches Nachgeben noch schwer. Deshalb muss Clinton ihm rasch personell und programmatisch weitere Brücken für eine gemeinsame Kampagne bauen. Damit nicht genug. Spätestens jetzt sollte auch Obama alle Register ziehen, um eine seriöse Amtsnachfolge zu fördern. Denn dem Präsidenten darf es nicht egal sein, dass sich seine Parteifreunde politisch selbst zerfleischen, während Trump genüsslich zuschaut und die Wähler dabei mit höhnischen Kommentaren zu Clinton unterhält. Eine solche Einflussnahme ist Obama seiner Partei schuldig, die ihn auf dem Weg ins Weiße Haus unterstützt hat. Vor allem aber ist er es dem Amt schuldig, das nicht leichtfertig in die Hände eines Spielers wie Trump gelangen darf.

Gewiss, die US-Präsidentenwahl Anfang November ist frei und demokratisch. Jedes Ergebnis muss entsprechend respektiert werden. Allerdings sollten die Amerikaner auch im Vorfeld auf alle Risiken und Nebenwirkungen einer möglichen Entscheidung zu Gunsten Trumps hingewiesen worden sein. Sie müssen wirklich wissen, was sie tun beziehungsweise wen sie wählen. Für diese große und wichtige Aufklärungsarbeit sollte Clinton als Kandidatin bestens präpariert werden – auch von Obama und Sanders.

(Für Pressekorrespondenz Berlin)