Endlich einmal eine gute Nachricht aus dem politischen Washington. Die Ernennung des früheren FBI-Direktors Robert Mueller zum Sonderermittler schafft die besten Voraussetzungen, um endlich Licht in die Trump-Affäre zu bringen.

Mueller genießt parteiübergreifend großen Respekt und ist in jeder Hinsicht politisch unabhängig. Der Präsident kann ihn nicht mal eben feuern, wie er es mit James Comey, Muellers Nachfolger beim FBI, getan hat. Trump muss entsprechend auf der Hut sein. Sonst könnte er im Weißen Haus schneller kaltgestellt sein, als jemals ein Präsident vor ihm.

Dieser Kontrollverlust über das weitere Geschehen passt so gar nicht zu der selbstherrlichen und selbstverliebten Art, in der Trump so gerne Politik inszeniert. Das neue Drehbuch für ihn schreibt die Justiz – Beamte, über die sich der Präsident bislang geringschätzig geäußert hat. Dies zeigt: Die verfassungsmäßige Gewaltenteilung funktioniert wieder, die amerikanische Demokratie kehrt in ihren Normalzustand zurück. Das ist die wichtigste Botschaft bei der Ernennung von Mueller.

Positiv auch, dass sich das Justizministerium augenscheinlich mehr den Werten der Verfassung als den Wünschen des Präsidenten verpflichtet fühlt. Denn die Berufung eines Sonderermittlers war die freie Entscheidung des zuständigen Vizeministers – wohlwissend, dass er dadurch seinen unmittelbaren Vorgesetzten und obendrein das Weiße Haus unter Druck setzt. Eigentlich sollte ein solch objektives und neutrales Amtsverständnis die Regel sein. Doch seit die Trump-Truppe in Washington Einzug gehalten hat, drohten derartige Selbstverständlichkeiten leider vergessen zu werden.

Mueller ist der richtige Mann, um diesen fatalen Eindruck zu korrigieren. Man kann nur hoffen, dass er möglichst bald Klarheit über die Kontakte der neuen Regierung zu Russland schafft. Denn die derzeit kursierenden Vorwürfe und Verdächtigungen sind ungeheuerlich. Falls sie zutreffen, wäre dies ein Verrat auf höchster Ebene – schlimmer geht es kaum. Entlassung und Bestrafung der Verantwortlichen müssten die Folge sein.

So oder so – Trump hat das politische Klima in den USA schon jetzt auf unerträgliche Weise vergiftet. Wenn ihm nicht Mueller oder der Kongress die rote Karte zeigt, sollten es die Amerikaner spätestens bei der nächsten Wahl tun.

(Für Pressekorrespondenz Berlin)