Natürlich ist es positiv, dass mittlerweile 25 Prozent der seit 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge inzwischen einen sozialversicherungspflichtigen Job gefunden haben. Das nützt den Arbeitgebern, entlastet die Sozialkassen und fördert vor allem die Integration der betreffenden Flüchtlinge. Diese verbessern damit ihre Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit.

Dennoch gibt es keinen Grund, deswegen die Asylkriterien zu lockern oder gar die Grenzen noch weiter zu öffnen. Dafür sind die Qualifikationen und das Tätigkeitsniveau der Flüchtlinge häufig zu niedrig, ganz abgesehen von grundsätzlichen Aspekten: Der Unterschied zwischen Asyl und Fachkräfteanwerbung muss gewahrt bleiben.

Wer berechtigte Asylgründe vorweisen kann, verdient Schutz und jede Chance zur schnellen Integration. Dazu gehört in erster Linie die Eingliederung in den regulären Arbeitsmarkt. Damit wird für alle Seiten das Beste aus der Notwendigkeit gemacht, Verfolgten politisches Asyl zu gewähren. Doch hierbei stehen andere Aspekte im Vordergrund, als bei einer systematischen, von deutschen Behörden gesteuerten Zuwanderungspolitik.

Im einen Fall geht es um effektive Hilfe in einer Notlage, in dem anderen Fall um die Belange des hiesigen Arbeitsmarkts. Dieser kann zwar teilweise auch von Flüchtlingen profitieren. Aber der finanzielle Preis einer solch positiven ökonomischen Nebenwirkung ist sehr hoch. Er lässt sich nur aus übergeordneten Gründen rechtfertigen – sprich dem Gewähren von Schutz und Asyl.

Mehr Flüchtlinge sind deshalb kein Mittel gegen den zunehmenden Fachkräftemangel, selbst wenn die Integration noch so gut laufen sollte. Stattdessen sind hier von Politik und Wirtschaft neue Initiativen zur gezielten Anwerbung ausländischer Experten gefragt: von Pflegekräften bis zu Programmierern, von Servicekräften bis hin zu Spitzenforschern.

Im Übrigen bedeutet die Zwischenbilanz aus dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Umkehrschluss, dass 75 Prozent der besagten Flüchtlinge trotz aller Fortschritte ohne Arbeit sind. Und damit leben sie vollständig vom Geld der hiesigen Steuerzahler. Allein schon deshalb gilt es, das Risiko von Missbräuchen und einer dauernden Alimentierung so gering wie möglich zu halten.

(Für Pressekorrespondenz Berlin)