Zusammenrücken, ein klares Nein zu Gewalt und weiter machen wie bisher: Künstler und Besucher des Benefizkonzerts von Manchester haben die einzig richtige Antwort auf die blutigen Anschläge in Großbritannien gegeben. Die Terroristen wollen Angst erzeugen, den westlichen Lebensstil zerstören und einen „Krieg der Religionen“ provozieren. Das muss unter allen Umständen verhindert werden.

Gesellschaft, Politiker und Behörden sollten mit entsprechend viel Härte, Geduld und Augenmaß reagieren. Dazu gehört auch, bei Bedarf die Rechte der Bürger etwa im Datenschutz weiter einzuschränken. Denn Theresa May hat Recht: Genug ist genug. Die bisherigen Tabus beim Thema innere Sicherheit müssen auch in Deutschland stärker hinterfragt werden. Es wird höchste Zeit, dass die Parteien hier ideologisch abrüsten.

Ein Beispiel für verquere Diskussion ist die Kritik aus der SPD am Vorschlag von Bayerns Innenminister Herrmann zur Überwachung von Kindern, die für Anschläge missbraucht werden könnten. So mag man zwar trefflich darüber streiten, ob noch mehr Geld in die Prävention fließen sollte. Aber sobald der Verdacht entsteht, ein bestimmtes Kind werde gezielt radikalisiert und für spätere Attentate vorbereitet, muss der Staat handeln.

Dazu könnte Überwachung sinnvoll sein. Auch Maßnahmen gegen die Eltern wegen Verletzung der Fürsorgepflicht sollte in solchen Fällen zügig ermöglicht werden. Falsch verstandene Toleranz darf es hier nicht geben. Denn die Propagierung oder Verharmlosung von Gewalt hat ebenso wie in Schulen auch in Elternhäusern nichts zu suchen.

Neu und besonders erschreckend an den jüngsten Anschlägen in Großbritannien – und zuvor auch in Frankreich – ist die primitive Ausrüstung und Professionalität der Täter. Attacken mit normalen Autos und Messern können gleichsam aus dem Stand überall erfolgen. Eine längere Vorbereitung mit dem Risiko, frühzeitig enttarnt zu werden, brauchen Täter in solchen Fällen nicht. Die Behörden haben damit im Vorfeld kaum Indizien, wer wann zuschlagen wird.

Umso wichtiger ist, dass der Staat die generellen Schutzvorkehrungen erhöht – von mehr Ausrüstung und Personal für die Polizei, intensivere Sozialarbeit in Problemgebieten bis hin zu strengeren Gesetzen, die leichtere Überwachung, Bestrafung und gegebenenfalls Abschiebung von gefährlichen Islamisten ermöglichen.

(Für Pressekorrespondenz Berlin)