Im Fall des Münchener Amoklaufs haben die Ermittler hervorragende Arbeit geleistet. Die Beamten waren bei ihrer Arbeit auch technisch auf dem modernsten Stand. Dies bestätigen die Einzelheiten, die bei der Pressekonferenz am Mittwoch zur Festnahme des mutmaßlichen Waffenhändlers mitgeteilt wurden. Sie machen eines klar: Auch das Internet bietet Verbrechern mit dem Darknet keinen Raum mehr, in dem sie vor dem Polizeizugriff absolut geschützt sind.

Diese Botschaft sollte potenzielle Nachahmungstäter abschrecken. Und sie sollte die Politik anspornen, die polizeilichen Möglichkeiten gegen Kriminalität im Netz weiter zu verbessern. Im Klartext heißt dies: Mehr Personal, das sich auf Verbrechensbekämpfung im Internet spezialisiert hat. Denn dort hat sich ein Markt für Waren übelster Sorte breit gemacht: Von Menschenhandel, Kinderpornos bis hin zum Handel mit Waffen. Die Gefahren für die Allgemeinheit sind angesichts der Schwere der Delikte immens. Hier geht es im wörtlichen Sinne um Leib und Leben vieler unschuldiger Bürger. Der Amoklauf von München ist dafür ein schrecklicher Beleg.

Keine Frage, dieser Sumpf muss ausgetrocknet werden. Dazu müssen die zuständigen Beamten allerdings die einschlägigen Technologien ebenso virtuos handhaben können wie die Kriminellen, denen sie das Handwerk legen sollen. Dies wird für den Staat teuer. Denn solche Könner sind auf dem IT-Arbeitsmarkt gefragt. Gleichwohl: An dieser Stelle muss massiv in die innere Sicherheit investiert werden. Kein Gangster darf länger im Glauben gelassen werden, er müsse nur seinen Computer anschalten, um die Polizei austricksen zu können.

Das Internet ist aus dem Alltag und der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Umso wichtiger wird es, seine großen Vorzüge vor Missbräuchen wie etwa illegalem Waffenhandel zu bewahren. Die Freiheit im Netz darf nicht als Freiheit vom Strafrecht missverstanden werden – auch wenn dies viele User derzeit so empfingen mögen, wenn sie im Schutz vermeintlich sicherer Anonymität Dinge sagen und tun, die sie unter eigenem Namen niemals wagen würden. Man schaue nur auf die Hetze und Hasstiraden in den einschlägigen Foren.

Kurzum, im Netz gibt es viel für die Polizei zu tun. Dass sie es grundsätzlich kann, zeigt der jüngste Ermittlungserfolg im Fall Münchener Amoklauf.

(Für Pressekorrespondenz Berlin)