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Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ist im Gazastreifen wieder einmal blutig eskaliert. Die internationale Öffentlichkeit nimmt dies mittlerweile eher gelassen zur Kenntnis. Zu oft schon gab es derartige Meldungen in den vergangenen Jahrzehnten, zu häufig schon sind alle internationalen Friedensappelle wirkungslos verklungen.

Und dennoch: An solche Schreckensbilder darf sich niemand gewöhnen. Denn hinter jeder Opferzahl verbergen sich menschliche Tragödien. Und wieder einmal droht eine ganze Generation junger Palästinenser sich in einer Welle der Gewalt zu verlieren. Es wird höchste Zeit, erneut das unmöglich Scheinende zu versuchen: Frieden in, mit und um Israel herum zu schaffen.

Gewiss sind die Voraussetzungen schwierig bis schlecht: ein politischer Falke als Premier in Israel, eine terroristische Organisation als führende Kraft im Gazastreifen, ein nationalistischer und sprunghafter Präsident in den USA sowie eine Europäische Union, die in der Debatte über neue Flüchtlingswellen die alten Camps von vertriebenen Palästinensern zunehmend aus dem Blick verliert. Aber irgendwann muss der Wahnsinn von Hass und Gewalt doch ein Ende nehmen…

Dass dies nicht völlig illusorisch ist, haben jüngst in Europa die Gedenkfeiern zum Ende des Ersten Weltkriegs gezeigt. Aus damaligen Todfeinden sind heute enge Freunde und Verbündeten geworden. Weshalb sollte so etwas nicht eines fernen Tages auch im Nahen Osten möglich werden?

Vorrangig ist, die Gräben zwischen beiden Seiten nicht weiter zu vertiefen. Letztlich können dies nur die Akteure vor Ort selbst leisten. Denn die Einflussmöglichkeiten von außen haben sich in der Vergangenheit als durchweg höchst begrenzt erwiesen. Israel widersteht erfahrungsgemäß jedem finanziellen und politischen Druck. Und die radikalen Kräfte unter den Palästinensern lassen sich ebenfalls nicht gegen ihren Willen in Richtung Deeskalation drängen.

Entscheidend ist daher, dass innerhalb der Region endlich neue Versuche zu ernsthaften Gesprächen gestartet werden. Dafür müssen erst einmal die heftigen Angriffe und Vergeltungsschläge gestoppt werden. Sie lösen keinerlei Problem. Auch als Abschreckung sind sie völlig ungeeignet, wie die Vergangenheit leider blutig gelehrt hat.

(Für Pressekorrespondenz Berlin)