Der Stil des Wahlkämpfer Donald Trump ist bekannt und berüchtigt. Nun werden auch die ersten Konturen seines Stils als künftiger Präsident sichtbar. Und sie sind ebenfalls alles anders als beruhigend. Denn der Verquickung von privat-geschäftlichen Interessen mit seiner Amtsführung werden Tür und Tor geöffnet.

So will Trump sein Vermögen und Firmenimperium weder detailliert offenlegen noch es wie frühere Präsidenten unabhängig verwalten lassen. Stattdessen greift er zu formalen Tricks. Denn die von ihm angekündigte Übergabe der Firmenkontrolle an seine Kinder ist Augenwischerei. Der Familienclan des Milliardärs agiert viel zu eng am politischen Geschehen. Man denke nur an Trumps Schwiegersohn, der Chefberater im Weißen Haus werden soll.

Der neue Präsident ist „gelernter“ Geschäftsmann durch und durch. Und als solcher dürfte er sich natürlich weiterhin für das Auf und Ab seiner diversen Firmen interessieren. Es ist daher fest zu vermuten, dass er im engen Familienkreis zumindest vertraulich Anweisungen oder Verhaltenstipps an seine Söhne – sprich Verwalter – geben wird. Alles andere wäre weltfremd. Einfacher können Interessenskonflikte für einen Präsidenten nicht entstehen.

Trump hatte im Wahlkampf versprochen, den angeblich so korrupten und bürokratischen Washingtoner Politsumpf trockenzulegen. Doch nun macht er das genaue Gegenteil. Er schafft neue Ansatzpunkte für dubiose Deals zwischen Macht und Geld. Schlimmer noch: Der fatale Eindruck, den dies zu Beginn seiner vierjährigen Amtszeit erweckt, scheint Trump völlig egal zu sein, frei nach der Devise: Ist der Ruf erst ruiniert, regiert’s sich ganz ungeniert. Will er das Land etwa wie ein Privatunternehmen führen, das dem Mann an der Spitze ordentlich Profit einbringen soll. Ein Präsident, der seiner Familie und sich weiter die Taschen vollstopft? Man mag es sich nicht vorstellen.

Keine Frage, Trumps Wechsel ins Weiße Haus wird mit jedem Tag problematischer und peinlicher. Aber das zählt leider nicht. Denn die Wähler haben sich für den republikanischen Kandidaten entschieden. Es bleibt daher nur die vage Hoffnung, dass es am Ende vielleicht doch besser kommt als jetzt abzusehen. Trump steht heftig unter Druck. Er muss rasch konkrete Erfolge vorweisen. Sonst dürften ihm auch die mittlerweile nervös werdenden Republikaner im Kongress bald von der Fahne laufen.

(Für Pressekorrespondenz Berlin)