Die neue OECD-Studie zu Flüchtlingen lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Gute Deutschkenntnisse sind der Schlüssel zum Erfolg, sprich zur Integration in Arbeit und gesellschaftliches Leben. Daraus folgt politisch zweierlei: Beschleunigung der Asylverfahren sowie massiver Ausbau des Sprachunterrichts für diejenigen, die letztlich in Deutschland bleiben dürfen. Denn je früher diese Hilfe zur Selbsthilfe Erfolg hat, desto günstiger für alle Beteiligten. Die Flüchtlinge bekommen Perspektiven und deutsche Betriebe neue Mitarbeiter, die sie immer dringender brauchen.

Auch Steuerzahler und Sozialkassen profitieren, wenn Flüchtlinge einer geregelten und bezahlten Arbeit nachgehen – ganz abgesehen von den sozialen Aspekten. Schließlich möchten die Neuankömmlinge hier privat und familiär Fuß fassen. Nichts ist dafür besser geeignet als die Zusammenarbeit mit Kollegen in einem ordentlich geführten Betrieb. Hier wird neues Selbstvertrauen gebildet, hier kann die Einbindung in die hiesige Gesellschaft am leichtesten erfolgen.

Gleichwohl, die finanziellen und personellen Ressourcen des Staates sind begrenzt. Sie sollten gezielt denjenigen Asylbewerbern zugute kommen, die auch langfristig in Deutschland bleiben können. Im Gegenzug sollten alle anderen Flüchtlinge, die unrechtmäßig eingereist sind, schneller als bisher das Land verlassen müssen. Voraussetzung ist, dass Behörden und Gerichte zügig über die einzelnen Anträge inklusive notwendiger Abschiebungen entscheiden. Hier geht es schließlich auch um Steuergelder und Sozialleistungen in Millionenhöhe, die anderorts dringend benötigt werden – sprich unter anderem bei der Sprachförderung für Flüchtlinge mit Bleibeperspektive.

Gewiss, all dies ist kein Patentrezept gegen den Fachkräftemangel in Deutschland. Denn die berufliche Qualifikation der meisten Migranten ist geringer als erhofft. Gleichwohl lohnen sich Qualifizierungsmaßnahmen auch wirtschaftlich. Viele Flüchtlinge haben sich in kurzer Zeit zu verlässlichen betrieblichen Mitarbeitern entwickelt.

Die entsprechenden Hinweise aus der OECD-Studie sollten daher ein Ansporn für Unternehmen sein, weiteren Migranten eine Chance zu geben. Das liegt im wohlverstandenen Eigeninteresse der Betriebe. Und zugleich demonstrieren sie auf diese Weise gesellschaftliche Solidarität im besten Sinne – eine ideale Kombination von privatem Nutzen und öffentlichem Wohl.

(Für Pressekorrespondenz Berlin)