Ob in Unternehmen, Behörden oder Universitäten – Mobbing gehört für viele Erwachsenen leider fast schon zum Alltag. Noch schlimmer ist es, wenn dieses Verhalten auch immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland trifft, wie jetzt die jüngste PISA-Studie der OECD belegt.

Die negativen Folgen können prägend für den weiteren Lebens- und speziell Berufsweg sein. Behörden, Lehrer und Eltern müssen deshalb bei jedem Anzeichen von Mobbing an Schulen sofort einschreiten. Auch die Politik muss psychische und körperliche Gewalt konsequenter als bisher unterbinden. Denn nichts anderes ist Mobbing.

Entscheidend bleibt, eine klare Grenze zwischen solchem Fehlverhalten und harmlosen Rangeleien zu ziehen, wie sie immer wieder vorkommen. Das mag für Lehrer nicht immer einfach zu erkennen sein. Doch je mehr Aufmerksamkeit sie einzelnen Schülern widmen können, desto leichter dürfte es sein. Leider fehlt den Lehrern dazu im Unterrichtsalltag oft der zeitliche Spielraum.

Hier ist der Staat gefordert. Er sollte für die Schulen langfristig mehr Geld und zusätzliches Personal bereitstellen. Das sind im besten Sinne Investitionen in die Zukunft – für die persönlich Betroffenen, aber auch für die Gesellschaft insgesamt. Denn eine durch Mobbing verpfuschte Schulzeit lässt sich später kaum noch wiedergutmachen. Und die sozialen Folgekosten für die Gesellschaft können immens sein, vom menschlichen Leid der Betroffenen einmal ganz abgesehen.

Zwar malt die PISA-Studie insgesamt kein schlechtes Bild der hiesigen Schulen. Aber ein so großer und wohlhabender Staat wie Deutschland darf sich selbst in Teilaspekten nicht mit einem Mittelfeldplatz zufrieden geben. Ziel muss in Sachen Bildung die Champions League sein. Wirtschaftskraft und Sozialsysteme könnten sonst auf Dauer leiden. Die Konkurrenz etwa aus Asien wartet nur darauf, die vermeintlich „alten“ Industrienationen zunächst bildungsmäßig und dann ökonomisch abzuhängen.

Dazu muss es nicht kommen, wenn Bildungs- und speziell Schulfragen allgemein höchste Priorität bekommen. Dies ist nicht nur eine Frage des Geldes. Denn die Forscher der OECD zeigen, wie vielfältig die Stellschrauben für mehr Leistung und Zufriedenheit bei Schülern sind. Ganz obenan stehen Aufmerksamkeit und Wertschätzung – Faktoren, die finanziell nichts kosten, aber trotzdem von immenser Wirkung sind…

(Für Pressekorrespondenz Berlin)