Es ist positiv, dass die Autokonzerne auf ihre Kosten fünf Millionen Fahrzeuge mit neuer Software ausstatten wollen. Aber dies kann nur ein erster, sehr bescheidener Anfang sein. Die Industrie wird technologisch und finanziell noch kräftig nachbessern müssen, um gerichtlich erzwungene Fahrverbote zu vermeiden und das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. Denn deren Dieselautos haben durch die Betrügereien der Hersteller beträchtlich an Gebrauchs- und Wiederverkaufswert verloren. Das muss vom Verursacher ausgeglichen werden. Außerdem leiden die Autokäufer wie andere Bürger an der zu hohen Umweltbelastung, für die die manipulierten Motoren mitverantwortlich sind. Auch dies können die Unternehmen nicht zum bloßen Nulltarif ungeschehen machen.

Verantwortlich für die Misere sind allein die Konzerne. Sie haben sich mit Tricks und Täuschungen Milliardenprofite auf Kosten argloser Kunden erschlichen. So handeln üblicherweise Raffkes, denen am Ende des Tages der zusätzliche Euro in der Tasche wichtiger ist als gute Ruf von Ehrlichkeit.

Entsprechend hart muss der Staat künftig mit den Autoherstellern umspringen. Auf dem jüngsten Diesel-Gipfel ist dies leider nur unzureichend geschehen – ein Armutszeugnis für die beteiligten Politiker.

Gewiss, im Interesse von Millionen Arbeitsplätzen sind Lösungen mit Augenmaß notwendig. Sonst würden wieder vor allem die kleinen Leute getroffen – in den Büros, an den Montagebändern der Konzerne oder bei den vielen Zulieferern. Gleichwohl gilt wie überall: Der Verursacher muss den Schaden beseitigen oder dafür zahlen.

Viele der Bosse scheinen immer noch nicht den Ernst der Lage – sprich: massiver Vertrauensverlust in ihre Markenkerne – verstanden zu haben. Da hilft kein Taktieren mehr sondern nur noch der große strategische Sprung nach vorn. Umfassende Nachrüstungen und Modernisierungen auf Kosten der Hersteller bleiben das Gebot der Stunde.

Mauern die Konzerne dagegen weiterhin, müssen sie von der Politik endlich mit harten Vorgaben auf die richtige Spur gebracht. Vor der Bundestagswahl dürfte dies leider kaum noch möglich sein. Doch spätestens danach gehört die Zukunft von Mobilität ganz nach oben auf die Agenda der neuen Bundesregierung – egal in welcher parteipolitischen Zusammensetzung.

(Für Pressekorrespondenz Berlin)