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Syrien, Jemen, Afghanistan, Ostukraine – die Liste der blutigen Konflikte in diesem Jahr lässt sich leider fast beliebig verlängern. Und ein Ende des Tötens, Verwüstens und Vertreibens ist nicht in Sicht. Resignation liegt daher nahe, aber sie wäre die falsche Reaktion. Das Bemühen um Frieden und den Schutz der Schwachen bleibt auch in 2018 eine Hauptaufgabe der internationalen Politik. Der öffentliche Druck auf die Verantwortlichen muss daher auf vielfältigste Weise zunehmen – durch Appelle von Friedensnobelpreisträgern, UNICEF-Berichte, aber auch durch mögliche Strafprozesse wie beim Haager Jugoslawientribunal.

Jedes der unzähligen Kriegsverbrechen ist eines zu viel. Doch besonders erschreckend sind Untaten, die an Kinder verübt werden. Laut UNICEF war 2017 eines der schlimmsten Jahre für Kinder in Krisen, Kriegen und Konflikten. Die Kinder können sich nicht wehren, wenn Gewalt und Terror ihr Zuhause zerstört. Außerdem sind sie leider oft Mittel zum perfiden Zweck: menschliche Schutzschilde im Kampf von skrupellosen Glaubenskriegern und Kriminellen.

Was tun? Vorrangig ist sofortige humanitäre und medizinische Hilfe, wenn diese vor Ort möglich ist. Hier geht es um die direkte Rettung von Leben, gerade von Kindern. Aber dies kann nur ein erster Schritt sein. Langfristig ebenso wichtig bleibt die Etablierung von stabilen und sicheren Staaten, in denen die Menschen friedlich und rechtssicher leben können.

Wie so etwas möglich ist, zeigt die Entwicklung auf dem Balkan. So sind die Zustände im früheren Jugoslawien gewiss noch stark verbesserungswürdig. Doch im Vergleich zu den blutigen 90-er Jahren des vorigen Jahrhunderts ist die Lage dort aktuell ruhig und geordnet. Davon können beispielsweise die Menschen in Syrien oder im Jemen momentan nur träumen.

Das Beispiel Jugoslawien zeigt auch, dass Appelle allein häufig nicht ausreichen. Dann kann Militär erforderlich sein, um der internationale Rechtsordnung und den Menschenrechten wieder Geltung zu verschaffen. Und in der Folge müssen diejenigen vor Gericht kommen, die das Blutvergießen zu verantworten haben. Im Fall Jugoslawien ist dies in mehreren Prozessen zumindest teilweise geschehen – ein wichtiger Schritt, um die Welt in 2018 vielleicht doch ein Stück weit gerechter zu machen und potenzielle Nachahmungstäter zu verunsichern oder gar abzuschrecken.

(Für Pressekorrespondenz Berlin)